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So erstellen Sie mit KI individuelle Förderpläne in der Grundschule

Redaktion
22. Januar 2025
14 Min. Lesezeit

So erstellen Sie mit KI individuelle Förderpläne in der Grundschule

Individuelle Förderung ist ein Kernauftrag der Grundschule – und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen im Schulalltag. Für jedes Kind einen passgenauen Förderplan zu erstellen, der Stärken berücksichtigt, Schwächen gezielt adressiert und realistische Ziele formuliert, kostet enorm viel Zeit. Viele Lehrkräfte verbringen Wochenenden mit der Erstellung und Aktualisierung von Förderplänen. KI-Tools können diesen Prozess erheblich beschleunigen, ohne dass die Qualität leidet – vorausgesetzt, Sie wissen, wie Sie sie richtig einsetzen. Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit KI professionelle, individuelle Förderpläne erstellen.

Was ist ein Förderplan und warum ist er wichtig?

Ein Förderplan ist ein strukturiertes Dokument, das den individuellen Lernstand eines Kindes beschreibt, konkrete Förderziele formuliert und Maßnahmen festlegt, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Förderpläne werden typischerweise erstellt für:

  • Kinder mit Lernschwierigkeiten in einzelnen Fächern
  • Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
  • Hochbegabte Kinder, die zusätzliche Herausforderungen brauchen
  • Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
  • Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Alle Kinder im Rahmen der regulären Lernentwicklungsdokumentation (je nach Bundesland)
  • Ein guter Förderplan umfasst in der Regel:

  • Ausgangslage: Aktueller Lernstand und Beobachtungen
  • Förderziele: Konkrete, messbare Ziele für einen definierten Zeitraum
  • Maßnahmen: Konkrete Aktivitäten, Materialien und Methoden
  • Verantwortlichkeiten: Wer setzt welche Maßnahme um?
  • Zeitrahmen: Wann wird evaluiert?
  • Evaluation: Wurde das Ziel erreicht? Wie geht es weiter?
  • Warum KI bei der Förderplanerstellung einsetzen?

    1. Zeitersparnis: Die Erstellung eines einzelnen Förderplans dauert typischerweise 45–90 Minuten. Mit KI-Unterstützung reduziert sich die Zeit auf 15–25 Minuten – eine Ersparnis von bis zu 70 %.

    2. Formulierungshilfe: Viele Lehrkräfte kennen die Schwierigkeit, Förderziele so zu formulieren, dass sie konkret, messbar und erreichbar sind (SMART-Kriterien). KI liefert professionelle Formulierungen, die als Ausgangsbasis dienen.

    3. Ideenvielfalt bei Maßnahmen: KI kann eine breite Palette an Fördermaßnahmen vorschlagen, auf die man selbst vielleicht nicht gekommen wäre – von bewährten Methoden bis zu kreativen Ansätzen.

    4. Konsistenz: Über das Schuljahr und über verschiedene Kinder hinweg sorgt KI für eine einheitliche Struktur und Qualität der Förderpläne.

    5. Differenzierung: KI kann dieselbe Grundstruktur schnell für verschiedene Förderschwerpunkte anpassen – z. B. Lesen, Rechnen, Sozialverhalten, Sprache.

    Schritt-für-Schritt-Anleitung: Förderplan mit KI erstellen

    #### Schritt 1: Daten sammeln (ohne KI!)

    Wichtig: Dieser Schritt erfolgt komplett ohne KI-Tools. Sammeln Sie alle relevanten Informationen über das Kind:

  • Ergebnisse aus diagnostischen Tests (Stolperwörtertest, VERA, Hamburger Schreibprobe etc.)
  • Ihre eigenen Unterrichtsbeobachtungen
  • Rückmeldungen von Fachlehrkräften, Sonderpädagogen, Schulsozialarbeit
  • Informationen aus Elterngesprächen
  • Ergebnisse aus dem vorherigen Förderplan (falls vorhanden)
  • DSGVO-Hinweis: Notieren Sie sich die Informationen in anonymisierter Form, bevor Sie sie in ein KI-Tool eingeben. Verwenden Sie Pseudonyme oder allgemeine Beschreibungen statt echter Namen und identifizierbarer Details.

    #### Schritt 2: Anonymisiertes Profil erstellen

    Erstellen Sie aus Ihren Beobachtungen ein anonymisiertes Lernprofil, das Sie in die KI eingeben können. Beispiel:

    „Kind, 3. Klasse, 8 Jahre. Stärken: mündliche Beteiligung gut, kreativ, gute Merkfähigkeit bei Geschichten. Schwächen: Lesefertigkeit deutlich unter Klassenniveau (Stolperwörtertest: Prozentrang 15), Schwierigkeiten bei der Sinnentnahme, vermeidet freiwilliges Lesen, Selbstvertrauen beim Lesen gering."

    #### Schritt 3: KI-gestützten Förderplan generieren

    Geben Sie nun den folgenden Prompt in ChatGPT oder MagicSchool ein:

    Beispiel-Prompt:

    „Erstelle einen strukturierten Förderplan für ein Grundschulkind der 3. Klasse mit folgenden Merkmalen: [Anonymisiertes Profil einfügen]. Der Förderplan soll enthalten:

  • Beschreibung der Ausgangslage
  • Drei konkrete, messbare Förderziele (SMART-Kriterien) für die nächsten 3 Monate
  • Zu jedem Ziel: mindestens 3 konkrete Fördermaßnahmen mit Materialien und Methoden
  • Vorschläge für die Zusammenarbeit mit den Eltern
  • Evaluationskriterien: Woran erkenne ich, dass das Ziel erreicht wurde?
  • Bitte formuliere den Plan in professioneller, aber verständlicher Sprache. Er soll auch für die Eltern nachvollziehbar sein."

    #### Schritt 4: KI-Ergebnis kritisch prüfen und anpassen

    Der von der KI generierte Förderplan ist ein erster Entwurf, kein fertiges Dokument. Prüfen Sie kritisch:

  • Passt die Ausgangslage? Ergänzen Sie spezifische Beobachtungen, die nur Sie als Lehrkraft kennen.
  • Sind die Ziele realistisch? KI kennt das Kind nicht persönlich. Passen Sie die Ziele an das tatsächliche Leistungsniveau und die Persönlichkeit des Kindes an.
  • Sind die Maßnahmen umsetzbar? Prüfen Sie, ob die vorgeschlagenen Materialien und Methoden in Ihrer Schule verfügbar sind.
  • Stimmt der Zeitrahmen? Ist er realistisch für Ihren Schulalltag?
  • Fehlen wichtige Aspekte? Ergänzen Sie schulspezifische Informationen (z. B. verfügbare Förderstunden, Zusammenarbeit mit dem Ganztag).
  • #### Schritt 5: In Ihr Schulformat übertragen

    Übertragen Sie den überarbeiteten Förderplan in das offizielle Format Ihrer Schule oder Ihres Bundeslandes. Viele Schulen haben eigene Vorlagen – die KI-Inhalte lassen sich einfach in diese Struktur einfügen.

    #### Schritt 6: Im Team besprechen und finalisieren

    Besprechen Sie den Förderplan mit relevanten Kolleginnen und Kollegen:

  • Sonderpädagogin / Sonderpädagoge
  • Fachlehrkräfte
  • Schulsozialarbeit
  • OGS-Betreuerinnen und -Betreuer
  • Passen Sie den Plan basierend auf dem Feedback an.

    #### Schritt 7: Elterngespräch und Umsetzung

    Stellen Sie den Förderplan den Eltern in einem persönlichen Gespräch vor. KI kann Ihnen auch hier helfen: Lassen Sie sich einen Gesprächsleitfaden generieren, der die wichtigsten Punkte in einfacher, verständlicher Sprache zusammenfasst.

    Praxisbeispiele: KI-generierte Förderplanbausteine

    #### Beispiel 1: Förderung der Lesekompetenz (Klasse 2)

    Ausgangslage (KI-generiert, von Lehrkraft angepasst):

    Das Kind zeigt Schwierigkeiten beim flüssigen Lesen. Die Lesegeschwindigkeit liegt deutlich unter dem Klassendurchschnitt. Beim lauten Vorlesen werden häufig Wörter ausgelassen oder erraten. Die Sinnentnahme bei Texten ab dem Schwierigkeitsgrad der Klassenstufe 2 ist eingeschränkt. Das Kind zeigt wenig Lesefreude und vermeidet freiwillige Lesesituationen.

    Förderziel (SMART):

    Bis zum Ende des Halbjahres liest das Kind einen altersgerechten Text der Stufe 1.2 mit einer Geschwindigkeit von mindestens 40 Wörtern pro Minute und kann 3 von 5 Verständnisfragen korrekt beantworten.

    Maßnahmen:

  • Tägliche 10-minütige Lesezeit mit Lautleseverfahren (Tandemlesen mit einem stärkeren Lesepartner)
  • Einsatz von Silbentexten (farbig markierte Silben) zur Unterstützung der Lesefertigkeit
  • Wöchentliche Nutzung der Lese-App Antolin mit Texten auf angepasstem Niveau
  • Einrichtung einer persönlichen Lesekiste mit motivierenden Büchern auf dem passenden Niveau
  • Diffit einsetzen, um Klassenlektüren auf das individuelle Leseniveau zu vereinfachen
  • #### Beispiel 2: Förderung der Rechenkompetenz (Klasse 3)

    Ausgangslage:

    Das Kind hat Schwierigkeiten im Zahlenraum bis 1000. Stellenwertverständnis ist unsicher, besonders bei Hunderterübergängen. Kopfrechnen mit Zehnerübergang bereitet Probleme. Die schriftliche Addition beherrscht das Kind im Grundprinzip, macht aber häufig Übertragungs­fehler.

    Förderziel (SMART):

    Bis zu den Osterferien löst das Kind 7 von 10 Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 1000 mit Zehner- und Hunderterübergang korrekt, sowohl im Kopfrechnen als auch in der schriftlichen Form.

    Maßnahmen:

  • Tägliche 5-minütige Kopfrechenübung mit aufsteigender Schwierigkeit (generiert über ChatGPT oder MagicSchool)
  • Arbeit mit dem Stellenwertsystem am Dienes-Material (Einer, Zehner, Hunderter handgreiflich)
  • Wöchentliche Übung mit differenzierten Arbeitsblättern (erstellt mit Diffit oder MagicSchool auf individuellem Niveau)
  • Einsatz der Anton-App mit individuell zugewiesenen Übungen
  • Partnerarbeit: Das Kind erklärt einem Partner einfachere Aufgaben (Lernen durch Lehren)
  • #### Beispiel 3: Förderung des Sozialverhaltens (Klasse 1)

    Ausgangslage:

    Das Kind hat Schwierigkeiten, sich an Gesprächsregeln zu halten und andere Kinder ausreden zu lassen. In Gruppenarbeiten kommt es häufig zu Konflikten. Auf dem Schulhof zeigt das Kind gelegentlich impulsives Verhalten.

    Förderziel (SMART):

    Innerhalb der nächsten 8 Wochen hält das Kind in 4 von 5 beobachteten Gesprächssituationen die vereinbarten Gesprächsregeln ein (Melden, andere ausreden lassen, in angemessener Lautstärke sprechen).

    Maßnahmen:

  • Einführung eines persönlichen Verhaltensplans mit Smileys (tägliche Reflexion)
  • Tägliches Feedbackgespräch (1 Minute) zwischen Lehrkraft und Kind
  • Soziales Kompetenztraining in der Kleingruppe (1x wöchentlich, 20 Minuten)
  • Einsatz von Bildkarten für Gesprächsregeln am Platz des Kindes
  • Positive Verstärkung: Wöchentliche Belohnung bei Erreichen der vereinbarten Ziele
  • Tools und Prompts für verschiedene Förderbereiche

    Leseförderung:

    „Erstelle 5 differenzierte Leseübungen für ein Kind in Klasse 2, das Schwierigkeiten mit der Sinnentnahme hat. Die Texte sollen 50–80 Wörter lang sein und sich an der Lebenswelt von Grundschulkindern orientieren. Füge zu jedem Text 3 Verständnisfragen hinzu."

    Mathematische Förderung:

    „Erstelle einen Übungsplan für die kommende Woche (5 Tage) für ein Kind in Klasse 3 mit Schwierigkeiten beim Stellenwertverständnis im Zahlenraum bis 1000. Jede Tagesübung soll 10 Minuten dauern und handlungsorientierte Elemente enthalten."

    Sprachförderung (DaZ):

    „Erstelle einen 4-wöchigen Förderplan für ein Kind in Klasse 2 mit Deutsch als Zweitsprache (Sprachniveau A1/A2). Fokus: Wortschatzaufbau im Themenfeld Schule und Klassenraum. Nutze Bilder, Spiele und kommunikative Übungen."

    Sozial-emotionale Förderung:

    „Erstelle einen Förderplan für ein Kind in Klasse 1, das Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle zeigt. Der Plan soll positive Verstärkung nutzen und konkrete, für 6-Jährige verständliche Verhaltensregeln enthalten."

    Datenschutz: Die goldenen Regeln

    Die Nutzung von KI bei der Förderplanerstellung erfordert besondere Sorgfalt beim Datenschutz:

  • Keine echten Namen: Verwenden Sie immer Pseudonyme oder neutrale Bezeichnungen („das Kind", „Schüler/in A").
  • Keine identifizierbaren Details: Vermeiden Sie Angaben, die Rückschlüsse auf das Kind zulassen (Geburtstag, Adresse, Krankheitsdiagnosen mit Namen).
  • Allgemeine Beschreibungen: Formulieren Sie Lernstände allgemein: „Lesefertigkeit unter Klassenniveau" statt „hat eine LRS-Diagnose vom 15.03.2024 von Dr. Müller".
  • Ergebnisse lokal speichern: Kopieren Sie den fertigen Förderplan in ein lokales Dokument und löschen Sie den Chat-Verlauf.
  • Schulleitung informieren: Klären Sie mit Ihrer Schulleitung, ob und unter welchen Bedingungen KI-Tools für die Förderplanerstellung genutzt werden dürfen.
  • Häufige Fragen zur KI-gestützten Förderplanerstellung

    Kann KI meinen Förderplan komplett ersetzen?

    Nein. KI liefert Formulierungshilfen, Strukturvorschläge und Ideensammlungen. Die individuelle Anpassung an das Kind, die pädagogische Bewertung und die Entscheidung über Maßnahmen bleiben Ihre Aufgabe als Fachkraft.

    Akzeptieren Schulbehörden KI-gestützte Förderpläne?

    Die inhaltliche Qualität zählt, nicht das Werkzeug. Solange der Förderplan fachlich fundiert, individuell angepasst und datenschutzkonform erstellt wurde, spielt es keine Rolle, ob KI bei der Formulierung unterstützt hat.

    Wie oft sollte ich Förderpläne mit KI aktualisieren?

    Im gleichen Rhythmus wie bisher – typischerweise alle 3–6 Monate oder nach Bedarf. Der Vorteil: Die Aktualisierung geht mit KI deutlich schneller, sodass Sie Pläne auch häufiger anpassen können.

    Fazit: KI als Werkzeug für bessere individuelle Förderung

    KI-Tools wie ChatGPT und MagicSchool sind keine Wunderwaffen, aber sie sind mächtige Werkzeuge, die Ihnen bei einer der zeitaufwendigsten Aufgaben im Schulalltag helfen können: der Erstellung individueller Förderpläne. Sie liefern professionelle Formulierungen, vielfältige Maßnahmenvorschläge und eine konsistente Struktur – und das in einem Bruchteil der Zeit, die Sie bisher investiert haben. Nutzen Sie die gewonnene Zeit, um sich auf das zu konzentrieren, was KI nicht kann: die persönliche Beziehung zu Ihren Schülerinnen und Schülern, das einfühlsame Gespräch mit Eltern und die feinfühlige Beobachtung im Unterricht. Denn am Ende ist es nicht der Plan, der fördert – es sind Sie als Lehrkraft.

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    Zuletzt aktualisiert: 8. Februar 2025

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